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Newsletter Oktober 2010
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Beitraege: 28
Die Vereinigten Staaten leiden im Gegensatz zum Rest der Welt unter einer Strukturkrise.

Es wird noch Jahre brauchen, bis die schwerwiegenden strukturellen Folgen der Immobilienkrise endgültig
verdaut sind. Der Rest der Welt durchläuft hingegen einen normalen konjunkturellen Zyklus, dessen derzeitige
Phase mit dem Wort Aufschwung richtig beschrieben ist. Folgerichtig sind die Zinsen in etlichen Ländern der Welt,
beispielsweise in Australien, China, Indien, Kanada und Schweden, bereits angehoben worden. Und es ist
keineswegs überraschend, dass Deutschland, welches keine Immobilienkrise erlebt hat, angesichts der
vorangegangenen deutlichen Rezession nunmehr einen sehr robusten Aufschwung erlebt. Die starke Einbettung
in den Welthandel zeigt sich, wie schon in den vergangenen 30 Jahren, als struktureller Vorteil.
Akuten Rückenwind erhalten deutsche Unternehmen zusätzlich von dem derzeit schlecht beleumundeten
Euro und den historisch niedrigen Zinssätzen.
Anleger müssen jedoch gewahr werden, dass die ökonomische Ära ins Wanken gerät. Die amerikanische Dominanz
bröckelt Stück für Stück. Der erneute Versuch, mit noch mehr billigem Geld die Verschuldungskrise in den
Griff zu bekommen, schlägt nicht mehr an. Diesmal wird eine Arznei genommen werden müssen, die tatsächlich bitter
schmecken wird. Noch ist aber Amerika zur Einnahme der bitteren Pillen nicht bereit.

Im Gegensatz zur Lage der amerikanischen Gesamtwirtschaft sieht die Situation auf der Ebene der internationalen
Unternehmenswelt recht erfreulich aus. Auch das zweite Quartal dieses Jahres hat überwiegend gute Ergebnisse
hervorgebracht. Viele Aktiengesellschaften erzielen mittlerweile wieder gute Ergebnisse. Bei zugleich recht
moderater Bewertung wäre es falsch, den Fuß schon jetzt vom Gas zu nehmen und aus dem Aktienmarkt auszusteigen.
Mit Blick auf den großen Wettbewerber der Aktienanlage, die langfristige Anleihe, kann man sogar sagen, dass die
Aktie für Anleger derzeit alternativlos ist. Der jüngste Run auf erstklassige Staatsanleihen nimmt zunehmend die
Gestalt einer spekulativen Blase an. Allerdings gehören temporär verzerrte Preise immer schon zum Wesen der Börse.
Niemand kann heute genau prognostizieren, wann die Spekulationsblase im Bereich von "AAA"-bewerteten
Staatsanleihen platzen wird. Solche Ratings müssen zudem als relative Noten gegenüber anderen Länderbonds
verstanden werden. Die Dividendenrenditen, die weit höher liegen als die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen,
sorgen dafür, dass momentan Aktien ohne Alternative sind.

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erstellt am 24.10.2010 12:21:13
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