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Marktkommentar März 2011
Marktkommentar März 2011
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Berenberg

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Der Börsenverlauf der internationalen Aktienmärkte wurde im März vom Erdbeben in Japan und der drohenden Reaktor-Katastrophe geprägt. Dem deutlichen Rückschlag Mitte des Monats folgte eine imposante Erholung, so dass sich das Minus bei wichtigen Leitindizes wie dem DAX (- 3,18%) und dem STOXX 50 (- 4,81%) zum Ende des Monats verringerte. Der NIKKEI 225 (- 8,18% in YEN) musste erwartungsgemäß die größten Abschläge hinnehmen, während der S&P 500 (- 0,10% in US$) das Kunststück schaffte, den Berichtsmonat so gut wie unverändert zu beenden.
Das alles bestimmende Thema des Monats war die Katastrophe in Japan. Nachdem die immensen wirtschaftlichen Schäden durch das Erdbeben und den Tsunami an den Börsen eingepreist waren, folgte die Sorge um einen atomaren Super-GAU. Eine schlechte Informationspolitik des japanischen AKW-Betreibers und der dortigen Behörden führte zu stetig steigender Unsicherheit und mündete schließlich in einem panischen Rückzug der Investoren von den Aktienmärkten. Der besonders heftig reagierende DAX fand erst bei rund 6.500 Indexpunkten einen Boden, nachdem er bei rund 7.300 Indexpunkten in den Monat gestartet war. Leidtragende bei den Einzeltiteln waren insbesondere Rückversicherer und Automobiltitel sowie Versorger. Allerdings konnten sich die Märkte im Anschluss – und dies aus unserer Sicht durchaus überraschend – deutlich erholen. Auch wenn die Situation rund um das japanische Atomkraftwerk weiterhin brisant ist: Für die Anleger scheint sie zur Gewöhnung geworden zu sein.
In den Hintergrund getreten sind an den Aktienmärkten dagegen die bereits zuvor aufgetretenen Belastungsfaktoren. Die teilweise eskalierenden Auseinandersetzungen in den nordafrikanischen und arabischen Staaten scheinen die Marktteilnehmer ebenso unter der Rubrik „Gewöhnungseffekt“ einzuordnen wie die europäische Schuldenkrise. Dabei bieten unserer Meinung nach einige Entwicklungen Anlass zur Sorge: So hatte EZB-Präsident Trichet seine Inflationsrhetorik spürbar verschärft und so die Zinswende bereits verbal vollzogen. Mit einer ersten Zinserhöhung dürfte nun schon im April zu rechnen sein. Deutlich anziehende Inflationsraten in Großbritannien und den USA heizten die Diskussionen um einen früheren Beginn der Zinserhöhungen in diesen Ländern an. Zudem senkten mehrere Rating-Agenturen erneut die Bonitätsnoten für hoch verschuldete Länder wie Portugal, Spanien oder Griechenland. Zwar kamen die Staats- und Regierungschefs der Eurozone den kriselnden Staaten zum wiederholten Mal entgegen und stockten das Volumen des Euro-Rettungsfonds auf. Für eine Entwarnung dürfte es dennoch zu früh sein. Aufsehen erregte auch Bill Gross, Gründer des weltgrößten Anleihenmanagers PIMCO. Dieser hat die Bestände an US-Staatsanleihen per Ende Februar auf null reduziert und damit auf negative Auswirkungen des riesigen US-Haushaltsdefizits und heraufziehende Inflationsgefahren reagiert. Zudem ist noch immer keine Entspannung am US-Häusermarkt in Sicht: Der S&P-Case-Shiller-Hauspreisindex gab erneut nach, auch die Zahlen zu den Neubaubeginnen und den Verkäufen bestehender und neuer Häuser fielen schlecht aus.
Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe setzte den Trend der letzten Monate fort und stieg von 3,16% auf 3,35%. Der Euro zeigte sich gegenüber dem US$ stärker und legte von 1,3801 auf 1,4164 zu. Gegenüber dem YEN musste der Euro in den Tagen nach der Naturkatastrophe zunächst nachgeben, im Monatsvergleich jedoch stieg er von 112,85 auf 117,78.
Der Select Trade-Universal-Fonds konnte im März trotz der schwachen Marktverfassung einen Wertzuwachs von 0,23% erzielen. Bereits zu Monatsbeginn wurde die Position von Barnes & Noble veräußert und damit die im letzten Monatskommentar angesprochene defensive Ausrichtung des Fonds verstärkt. Im gleichen Atemzug senkten wir die Quote der Unternehmensanleihen (aktuell noch rund 14% Gewichtung) und nahmen Staatsanleihen aus Deutschland, Finnland und den Niederlanden auf. Mit zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen, z.B. dem Verkauf von ES50-Futures, konnten wir die heikle Marktphase Mitte des Monats gut überstehen und die Entwicklung des Fondspreises insgesamt in einem engen Rahmen halten. Da wir aus den oben genannten Erwägungen noch vorsichtig bezüglich der weiteren Marktentwicklung sind, fühlen wir uns mit einer Liquiditätsquote von rund 9%, die wir bei Bedarf für entsprechende Käufe einsetzen würden, derzeit wohl.

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erstellt am 15.04.2011 09:23:16
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