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Dem Gefühl eines deja vu konnte man sich zum Abschluss des ersten Halbjahres kaum erwehren: Wie im Mai letzten Jahres prägten die täglich zwischen Hoffnung und Drama schwankenden Meldungen zur griechischen Verschuldungskrise den Kursverlauf an den Aktienmärkten. Schwierig gestaltete sich die Frage einer freiwilli-gen Beteiligung privater Gläubiger an der Rettung Griechenlands, ohne das Risiko einer Bewertung als Kredit-ereignis durch die Rating-Agenturen einzugehen. Zum Monatsende konnten die Märkte endlich aufatmen. Das griechische Parlament hatte Premierminister Papandreou das Vertrauen ausgesprochen und in einer um-kämpften Schicksalsabstimmung ein neues Bündel an Sparmaßnahmen verabschiedet. Daraufhin beschlossen EU und Internationaler Währungsfonds, die nächste Tranche aus dem Kreditrahmen auszuzahlen und ein zweites Hilfspaket auf den Weg zu bringen. Die unmittelbar drohende Zahlungsunfähigkeit Griechenlands war abgewendet. Die Freude über die Rettung in letzter Minute äußerte sich in ansehnlichen Kursaufschlägen. Die vorangegangenen Verluste konnten meist jedoch nicht kompensiert werden, denn auch die Entwicklung der US-Wirtschaft ließ zu wünschen übrig. Nach den sich zuletzt eintrübenden Frühindikatoren und enttäu-schenden Arbeitsmarktzahlen attestierte Notenbankchef Ben Bernanke den USA eine Wachstumsschwäche. Die Ungewissheit, ob nur eine kurzfristige Konjunktureintrübung oder eine Trendumkehr bevorsteht, bildete einen weiteren Belastungsfaktor für die Aktienmärkte. Zudem gerieten die Haushaltsprobleme und der Streit um die Schuldenobergrenze zunehmend in den Fokus. Sollte bis Anfang August keine Einigung über eine Anhebung der Grenze erzielt werden, droht den USA die Zahlungsunfähigkeit. Mahnende Stimmen vor den schwerwiegenden Folgen verhallten jedoch ungehört, denn bislang favorisieren die Marktteilnehmer eine Einigung in letzter Minute. Die US-Aktienindizes S&P 500 (-1,83%) und DJ Industrial (-1,24%) beendeten den Juni in negativem Terrain und auch beim EURO STOXX 50 schlug ein kleines Minus (-0,47%) zu Buche. Derweilen blieben die deutschen Konjunkturindikatoren meist positiv. Zwar trübte sich die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe ein. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, der Dienstleistungssektor und das Verbraucher-vertrauen untermauerten jedoch das Bild eines soliden Aufschwungs. So konnte sich der Deutsche Aktien-index gegen den Trend um 1,13% verbessern. Die Rentenmärkte profitierten von der Unsicherheit nur kurzzeitig – die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe blieb unverändert bei 3,02%. Dagegen gewann der Euro gegenüber dem Dollar an Boden und stieg auf 1,45 US$/€ an.
Der unsichere Marktausblick und die vorangegangenen deutlichen Kursgewinne haben uns bewogen, bei mehreren Anleihen, die mit niedrigem Rating ausgestattet waren, Gewinne mitzunehmen und die Zinssensitivität des Anleihenbestandes im Fonds zu erhöhen. Zudem haben wir in Erwartung schwächerer Märkte zwei Bonuszertifikate verkauft und dafür zwei defensive Reverse-Bonus-Zertifikate mit Dezember-Fälligkeiten aufgenommen. Von unserer Position in Deutscher Bank Aktien haben wir uns getrennt, da wir für europäische Finanzinstitute ein holprigeres zweites Halbjahr befürchten.
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erstellt am 22.07.2011 12:13:07
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